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June 3 rd
, 2010

Afghanistan

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Standpunkte

Thema: Totenschädel-Fotos - Fehltritte deutscher Soldaten in Afghanistan

„Die ZEIT“ über die „BILD“: DIE ZEIT -Online, 26.10.2006, „Bild hat sein Abu Ghraib“

Die „FAZ“ über die „BILD“: FAZ, Feuilleton, „Soldatenfotos: Das Bild des Bürgers in Uniform“

Und noch einmal über die „BILD“: Ein Leserkommentar in der FAZ: FAZ, 3.11.06, „Der Gefahr ausgesetzt“

Das Auslandsjournal im Gefecht: ZDF, Auslandsjournal, 2.11.06, 21.15 Uhr (245MB)

„Die ZEIT“ darüber, wer eigentlich alles in die Armee kommt und wie sich Soldaten in einem Krieg verändern; Ein Beispiel aus dem Irak: Die ZEIT, 2.11.06, „Der Staub zwischen seinen Zähnen - Die Geschichte des Texaners Steven Green, der im Irak-Krieg zum Mörder und Vergewaltiger wurde“

Ab sofort starte ich an dieser Stelle den Versuch, aktuelle Ereignisse und Diskussionen, insbesondere zum Thema Afghanistan, näher zu beleuchten. Seit 2004 beschäftige ich mich im Rahmen eines kürzlich abgeschlossenen Projektes besonders intensiv mit dem Land Afghanistan und erweiterte meine Erfahrungen mit mehreren Aufenthalten dort. Der letzte, aus dem ich kürzlich nach einem halben Jahr zurückkehrte, machte mir anhand der Arbeit in aufschlußreichen Positionen in einem Ministerium und beim Staatsrundfunk immer wieder deutlich, was in diesem Land tatsächlich vor sich geht und wie die Menschen und die Dinge, die sie beschäftigen, zu verstehen sind. Das Bild Afghanistans in den deutschen Medien ist für mich daher häufig ein so nicht gekanntes bis unvollständiges. Die Serie "Standpunkte" soll dieses Bild korrigieren und erweitern.

Die Debatte als Folge der in der „Bild“-Zeitung veröffentlichten Soldaten-Fotos ging mir besonders nahe. So verwerflich die Vorfälle auch sind, so unentschuldbar dagegen ist allerdings die unverblümte Erst-Veröffentlichung in der Bild-Zeitung, wo nicht einmal das anstößigste aller Bilder mit einem Balken versehen wurde. Die Verantwortungslosigkeit, die aus solch einer Pressearbeit spricht, hat mich bei weitem mehr schockiert als die Fotos selbst. Und was derartige Veröffentlichungen in der muslimischen Welt bewirken können, hat sich ja in der Vergangenheit des öfteren gezeigt. Zum Glück war in Afghanistan das Ende der Fastenzeit angebrochen und die Menschen voll und ganz mit ihren Familien beschäftigt. Und die Freitagspredigten waren auch überraschend milde. Einerseits war daher sicher der Zeitpunkt entscheidend, daß es nicht zu Unruhen kam (Ende Mai war ich selbst unfreiwillig inmitten eines Aufstandes, nach einem tödlichen Unfall eines amerikanischen Konvois in Kabul), andererseits wohl auch der Kredit, den das deutsche Volk bei der afghanischen Bevölkerung aus historischen Gründen besitzt. Und der besondere Status der Deutschen dort muß unbedingt gewahrt bleiben, will die internationale Gemeinschaft dieses Land möglichst schnell erfolgreich befrieden. Noch einmal: Die veröffentlichten Taten sind anstößig und schwer nachzuvollziehen. Dies aber mit einhergehenden scheinheiligen Stellungnahmen der Bild-Zeitung („zum Wohle der Demokratie“, etc.) zu veröffentlichen, ist bei den kritischen Konstellationen im fernen Osten alles andere als weise, sondern unberechenbar.

Afghanistan ist immer noch weit davon entfernt, zu einem zweiten Irak zu werden. Auf diesem Weg allerdings ist Deutschland von besonderer Bedeutung. Bessere Schulung der Soldaten und eine ständige Selbstreflexion ihrer Handlungen auf der einen Seite und die Unterstützung der deutschen Arbeit - des Militärs als auch der vielen Organisationen in der Entwicklungshilfe - durch die Medien und die Öffentlichkeit in Deutschland ist dabei unverzichtbar.

Mit den Medienausschnitten oben habe ich besonders treffende Kommentare zusammengestellt. Und ein Beispiel für die Schwierigkeiten in bestimmten Landesteilen bietet der Video-Beitrag aus dem ZDF-Auslandsjournal vom 2.11.06. Vielleicht wird so der Hintergrund etwas deutlicher, vor dem immer mehr auch die deutschen Soldaten agieren müssen und was eine Mitursache für die aktuellen Fehltritte darstellen kann. Sich als Soldat anstatt in Deutschland in einem Nachkriegsland zu bewegen, verändert den einzelnen Menschen zwangsläufig. Die aktuellen Veröffentlichungen haben uns das vor Augen geführt.

 

frühere Standpunkte

 

Die Serie "Standpunkte" beschäftigt sich mit aktuellen Ereignissen und Diskussionen, insbesondere zum Thema Afghanistan, die ich an dieser Stelle näher beleuchten will. Seit 2003 bin ich im Rahmen eines kürzlich abgeschlossenen Projektes - dem Aufbau einer Organisation - besonders intensiv mit dem Land Afghanistan in Kontakt und erweiterte meine Erfahrungen mit mehreren Aufenthalten dort. Der letzte, aus dem ich im Herbst 2006 nach einem halben Jahr zurückkehrte, machte mir anhand der Arbeit in aufschlußreichen Positionen in einem Ministerium und beim Staatsrundfunk immer wieder deutlich, was in diesem Land tatsächlich vor sich geht und wie die Menschen und die Dinge, die sie beschäftigen, zu verstehen sind. Das Bild Afghanistans in den deutschen Medien ist für mich daher häufig ein recht unvollständiges. Die Serie "Standpunkte" soll helfen, dieses Bild zu korrigieren.